Donnerstag, 10. Februar 2011

Software und das RBBB

Ich bekomme immer wieder mal Anfragen, wie denn die Software auf den RBBB kommt. Die Kurzfassung lautet: "Mit der Arduino-IDE über den USB-BUB aufspielen, fertig". Aber das ist vielleicht doch sehr kurz. Daher möchte ich es etwas ausführlicher erklären...

Zuerst muß man sich im Klaren darüber sein, daß das RBBB (Really Bare Bones Board von JEE-Labs) ein sogenannter "Arduino-Clone" ist. Wer es ganz genau nimmt: ein Clone vom Arduino-UNO ohne den USB-Teil.

Und was ist Arduino? Arduino ist ein Ansammlung von Techniken, um Designern und Nicht-Ingenieuren die Verwendung von Microcontrollern einfach zu ermöglichen. Das bedeutet, Arduino ist eine Entwicklungsumgebung (IDE, Integrated Development Environment) mit der man einfach Programme schreiben kann, eine Sammlung von Bibliotheken und eine Sammlung von Microcontroller-Boards für verschiedene Anwendungs-Szenarien (bis hin zu Kleidung und dem sogenanntem "wearable computing"). Die Hardware und Software sind Open-Source. Dadurch kann jeder, der Lust hat, die Boards nachbauen. Und dadurch sind die Boards wiederum ziemlich günstig geworden. Aber ein Arduino-UNO kostet immernoch ca. 26,- €. Für Entwicklungen ist das O.k., für den dauerhaften Einsatz in fertigen Projekten aber zu teuer (und zu sperrig).
Und jetzt schließt sich der Kreis: Für den dauerhaften Einsatz in Projekten gibt es günstige Arduino-Clones, wie eben genau das RBBB oder auch den Ardweeny (der aber in Europa irgendwie nicht aufzutreiben ist). Ein Punkt, warum diese Clones günstig sind, ist die fehlende USB-Unterstützung, die man ja nur einmal beim Aufspielen der Software benötigt. Der Arduino-UNO hat einen Chip an Bord, der die Umsetzung von USB auf TTL (was der Atmel ATmega-Microcontroller benötigt) übernimmt. Genau das ist der USB-BUB!

Und nach dieser länglichen Erklärung wird der Aufspielvorgang vielleicht klarer:

  1. Die Arduino-IDE herunterladen und installieren (FTDI-Treiber nicht vergessen).

  2. Wie im Bild den USB-BUB an das RBBB stecken, dann das USB-Kabel an den USB-BUB und den Rechner anstecken.

  3. Über "Tools->Serial-Port" den richtigen virtuellen seriellen Port auswählen.

  4. Über "Tools->Board" das richtige Board auswählen (Duemilanove with ATmega328).

  5. Den "Sketch" (wie es in der Arduino-Sprache heisst) in der IDE laden. Wer wissen möchte, warum es "Sketch" heisst, kann mal nach "Processing" googeln.

  6. Über einen Knopf, der wie ein Pfeil nach rechts auf ein Punktgitter aussieht, die Software auf das RBBB spielen.


Das dauert ca. 15 Sekunden und eine LED auf dem USB-BUB flackert dabei. Dann ist die Sofware auf dem RBBB und bleibt dort auch ohne Strom erhalten (aber kann natürlich jederzeit neu Aufgespielt werden).

Kommentare:

  1. Hallo,

    ich baue gerade die Q-lock nach deiner Anleitung nach. Ein großes Lob dafür an dieser Stelle, das ist endlos saubere Arbeit!
    Frage: Kann ich die Daten auch ohne den USB-Bub auf das RBBB bekommen? Irgendwie Pins einzeln verbinden?

    Grüße Johann

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    1. Hallo Johann,

      eine andere Möglichkeit kenne ich nicht. Wenn Du ein Arduino-Board hast, könntest Du den Chip im Board flashen und dann die Chips tauschen...

      Grüße,
      Christian

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    2. Ich habe einen Ardweeny in Europa gefunden

      http://www.ozhobbies.eu/elektronik/arduino/solarbotics-ardweeny/

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  2. Hallo Christian,

    danke für deine Antwort.
    Gut, dann muss ich mir wohl den USB-Bub besorgen, da ich "leider" einen Arduino Mega 2560 besitze.

    Gruß Johann

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    1. Google mal nach "Arduino as ISP", Du kannst den MEGA als ISP verwenden (wenn ich das richtig sehe...)

      Grüße,
      Christian

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  3. Hier ist noch ein interessanter Link: wenn man einen Arduino hat, kann man sich den USB-BUB sparen: http://arduino.cc/en/Tutorial/ArduinoToBreadboard

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